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PROJEKT «KLIMABILANZEN FÜR KULTURINSTITUTIONEN»

PROJEKTZIEL

Mit Hilfe von Klimabilanzierungen und Kennzahlenerhebungen soll ersichtlich werden, wie viele Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) durch den Kulturbereich verursacht werden, welche THG-Emissionen vorrangig reduziert werden sollen und wer hierfür jeweils die Verantwortung trägt. Die Erkenntnisse sollen für alle subventionierten Kulturinstitutionen als Grundlage zur Definition und Priorisierung entsprechender Klimaschutzmassnahmen dienen.

LAUFZEIT Dezember 2024 bis Februar 2026

TEILNEHMENDE

Teil des Projekts sind alle Kulturinstitutionen, die während des Projektzeitraums einen befristeten oder unbefristeten wiederkehrenden Beitrag von mindestens Fr. 30'000.–, einen 6-jährigen Konzeptförderbeitrag der Stadt Zürich erhielten oder eine stadteigene Institution sind. Insgesamt sind dies 65 subventionierte Kulturinstitutionen. Die weiteren rund 20 subventionierten Kulturinstitutionen profitieren von den erarbeiteten Ergebnissen des Projekts.

PARTNER

Die Stadt Zürich beauftragte die act Cleantech Agentur Schweiz, das Projekt «Klimabilanzierungen für Kulturinstitutionen» umzusetzen. Act setzt bereits für das Amt für Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ) den Ökokompass um. Bei der Umsetzung des Projekts erhielt act Unterstützung von Carbotech, einem Umweltberatungs- und Treibhausgasbilanzierungsunternehmen mit umfassender Erfahrung im Kulturbereich.

VORGEHEN

Um die drei Organisationstypen (gebäudebezogene Institutionen, Festivals/Events, Produktionen) des subventionierten Kulturbereichs der Stadt Zürich abzubilden, wurden neun detaillierte Klimabilanzen benötigt. Drei Bilanzen lagen bereits vor. Für sechs Kulturinstitutionen wurden erstmalig Bilanzen erstellt.

Ergänzend wurden die Kulturinstitutionen eingeladen, an einer Umfrage teilzunehmen, die zur weiteren Einordnung und Skalierung diente. Abgefragt wurden Kennzahlen, Daten und Informationen bspw. zum Gebäude, Energieverbrauch oder Mobilitätsverhalten. Zudem wurden stadtinterne Daten zusammengetragen und fehlende Informationen aus Annahmen und Hochrechnungen abgeleitet.

Aus den Ergebnissen wurde ein Synthesebericht erstellt, der die THG-Emissionen des subventionierten Kulturbereichs der Stadt Zürich aufzeigt und die wichtigsten Handlungsfelder und konkrete Massnahmen ableitet.


ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN ERGEBNISSE UND EINORDNUNG

Im Vergleich zu den gesamten THG-Emissionen der Stadt Zürich und ihrer Verwaltung sind die THG-Emissionen des subventionierten Kulturbereichs relativ gering. Vgl. Netto-Null-Zwischenbericht 2025:

  • Gesamte THG-Emissionen subventionierter Kulturbereich: ca. 34'000 t CO₂eq/Jahr (direkt <1 %, indirekt >99 %)

  • Gesamte THG-Emissionen Gesamtstadt: ca. 6'251'000 t CO₂eq/Jahr (direkt 16 %, indirekt 84 %)

  • Gesamte THG-Emissionen Stadtverwaltung: ca. 711'000 t CO₂eq/Jahr (direkt 41 %, indirekt 59 %)

Kultur ist im Verhältnis zur Gesamtstadt kein Hauptverursacher von Emissionen – doch spielt sie eine zentrale Rolle bei der Erreichung von Netto-Null: Kultur hat grosse Reichweite und eine Vorbildfunktion.

Trotz der Heterogenität von Ausrichtung, Grösse und Tätigkeit lassen sich gemeinsame Handlungsfelder identifizieren und zeigen die Ergebnisse klar auf, wo Handlungsbedarf besteht.

Im Kulturbereich gibt es drei Emissionshotspots:

  • Mobilität macht bei gebäudebezogenen Institutionen 45 %, bei Festivals 77 %, bei Produktionen 70 % der THG-Emissionen aus – vor allem durch Publikumsmobilität, dann Mitarbeitende und externe Kulturschaffende.

  • Eingekaufte Produkte (Material) und Dienstleistungen machen bei Institutionen 31 %, bei Festivals 19 %, bei Produktionen 8 % der THG-Emissionen aus – u.a. Materialbeschaffung, Verpflegung, Grafikaufträge.

  • Energie macht bei Institutionen 17 %, bei Festivals 1 %, bei Produktionen 4 % der THG-Emissionen aus – vor allem Wärme und Strom.

Die Ergebnisse liefern Orientierung: Zentrale Emissionsquellen sind identifiziert, Reduktionspotenziale aufgezeigt. Für die drei Handlungsfelder liegen priorisierte Massnahmenlisten mit konkreten Ansätzen zur Emissionsreduktion vor.

Für die Entwicklung individueller Massnahmenstrategien und -pläne steht allen subventionierten Kulturinstitutionen bis Frühjahr 2027 das kostenlose Beratungsangebot (Einzelberatungen, Workshops) von reflector zur Verfügung.

 

VORLIEGENDE BERICHTE

Die Daten im Synthesebericht sind anonymisiert. Es ist kein Rückschluss auf die Originalbilanzen möglich.


WEITERE INFORMATIONEN

  • Kontakt bei Fragen zum Projekt «Klimabilanzen für Kulturinstitutionen» : Ulrike Schröder, Leitung Projekte Kultur, Stadt Zürich. ulrike.schroeder@zuerich.ch